Lange Zeit dachte ich, dass meine Müdigkeit einfach mit zu wenig Schlaf zusammenhängt.
Wenn ich mich erschöpft fühlte, versuchte ich früher ins Bett zu gehen oder am Wochenende etwas Schlaf nachzuholen. Trotzdem hatte ich oft das Gefühl, nicht wirklich erholt zu sein.
Besonders seltsam fand ich, dass ich mich manchmal sogar nach einer ausreichend langen Nacht müde und energielos fühlte. Ich funktionierte zwar im Alltag, ging arbeiten, machte Sport und erledigte meine Aufgaben. Aber ich fühlte mich nicht immer so leistungsfähig und belastbar, wie ich es von früher kannte.
Erst mit der Zeit wurde mir bewusst, dass Müdigkeit nicht immer direkt mit Schlafmangel zusammenhängt.
Bei mir waren es viele kleine Dinge, die sich über Jahre eingeschlichen hatten. Lange Tage im Büro, zu viel Sitzen, zu wenig Bewegung im Alltag, wenig Tageslicht in den Wintermonaten und zu wenige echte Erholungspausen zwischen den Verpflichtungen.
Jede einzelne dieser Gewohnheiten schien für sich genommen nicht besonders problematisch zu sein. Zusammen hatten sie jedoch einen deutlich grösseren Einfluss auf meine Energie, als ich lange angenommen hatte.
Heute glaube ich, dass ständige Müdigkeit ab 40 oft nicht durch eine einzelne Ursache entsteht. Häufig sind es mehrere kleine Faktoren, die sich über längere Zeit summieren und dafür sorgen, dass man sich trotz genügend Schlaf nicht wirklich erholt fühlt.
Die Müdigkeit hatte bei mir mehrere Ursachen
Rückblickend waren es bei mir nicht Schlafprobleme allein.
Es gab drei Dinge, die meine Energie deutlich stärker beeinflusst haben, als mir damals bewusst war.
Zu viel Sitzen und zu wenig Bewegung im Alltag
Ich arbeite hauptsächlich im Büro und verbringe viele Stunden am Computer.
Irgendwann bemerkte ich erste Warnsignale meines Körpers.
Ein Tennisellenbogen durch die ständige Mausarbeit, Verspannungen und immer wieder Rückenschmerzen.
Obwohl ich regelmässig Sport machte, fehlte mir oft die Bewegung zwischen den Trainingseinheiten.
Heute weiss ich, dass der Körper nicht nur Training braucht, sondern regelmässige Bewegung über den ganzen Tag verteilt.
Ständig im Kopf bei der Arbeit
Mit den Jahren wurden die Anforderungen im Beruf und im Alltag grösser.
Oft war ich gedanklich noch bei offenen Aufgaben, Projekten oder Entscheidungen, obwohl der Arbeitstag längst vorbei war.
Nach aussen funktionierte alles.
Innerlich hatte ich jedoch häufig das Gefühl, nie ganz abschalten zu können.
Erst später wurde mir bewusst, wie viel Energie diese dauernde gedankliche Präsenz kosten kann.
Erholung, die eigentlich keine Erholung war
Früher dachte ich oft, dass ein Wochenende automatisch Erholung bedeutet.
Manchmal gehörten auch längere Abende, Feiern oder Alkohol dazu.
In dem Moment fühlte sich das nach Abschalten an.
Am Montag merkte ich jedoch häufig, dass ich mich nicht wirklich erholt hatte.
Heute achte ich stärker darauf, was mir tatsächlich Energie zurückgibt.
Ein Spaziergang, Bewegung, guter Schlaf oder einfach einmal bewusst nichts zu müssen, wirken bei mir oft nachhaltiger als früheres „Abschalten“.
Mein Fazit heute
Heute glaube ich, dass meine Müdigkeit lange Zeit gar nicht in erster Linie mit zu wenig Schlaf zusammenhing.
Rückblickend waren es viele kleine Dinge, die sich über Jahre angesammelt hatten. Zu viel Sitzen im Büro, zu wenig Bewegung im Alltag, ein Kopf, der auch nach Feierabend oft noch bei der Arbeit war, und Wochenenden, die sich zwar nach Erholung anfühlten, meinem Körper aber nicht immer die Erholung gaben, die er eigentlich gebraucht hätte.
Besonders spannend war für mich die Erkenntnis, dass Müdigkeit oft nicht plötzlich entsteht. Sie entwickelt sich schleichend. Der Körper sendet häufig schon lange vorher Signale. Man nimmt sie im Alltag einfach nicht immer bewusst wahr.
Heute frage ich mich deshalb nicht mehr nur, ob ich genügend geschlafen habe. Ich versuche das Gesamtbild anzuschauen. Wie viel habe ich mich bewegt? Wie gut habe ich mich wirklich erholt? Wie sehen meine Garmin Daten aus? Und was haben die letzten Tage insgesamt mit mir gemacht?
Genau diese Erfahrungen haben mich dazu gebracht, mich intensiver mit den Themen Energie, Bewegung, Regeneration und Schlaf auseinanderzusetzen.
